Jungle Woman

monstermensch.de_bilder_j_junglewoman_1944_22.jpg USA 1943

Regie: Reginald LeBorg

Mit: J. Carrol Naish

The girl frightened me, there was a peculiar something about her I couldn’t understand.

Dieser Film trägt das Prädikat "lobende Erwähnung".
Dies ist im eigentlichen Sinne kein Monsterfilm.
Im Film taucht jedoch ein Monster auf, welches einen ganz individuellen Charme hat und daher hier erwähnt werden soll. (Mehr zum Thema „lobende Erwähnungen“)



Bei einem Dressurakt im Zirkus laufen die Raubkatzen Amok und greifen den Dompteur an. Ein Gorilla rettet ihm das Leben, wird dann aber erschossen. Ein Arzt, der im Publikum saß erwirbt den Kadaver und schafft es, das Tier zu reanimieren. Später bricht der Gorilla jedoch aus seinem Käfig aus. Auf der Suche nach dem Tier findet der Arzt eine verwirrte junge Frau in seinem Garten. Die junge Frau beginnt zu sprechen, sie nennt sich selbst Paula und zeigt ein ungesundes Interesse an dem attraktiven Verlobten der Tochter des Arztes. Ihre Eifersucht treibt sie schließlich zum Mord und es liegt nun an dem Arzt die Bestie zu stoppen.

Ein Jahr zuvor hat der kleine B-Film „Captive Wild Woman“ eine abstruse aber sympathische Geschichte über einen zum Menschen verwandelten Gorilla gesponnen. Diese Fortsetzung ist vollkommen ohne Charme und führt die Geschichte auf langweilige und uninspirierte Weise fort. Der Film kann auch nur mit zwei zugedrückten Augen gerade noch als lobende Erwähnung bezeichnet werden, denn eigentlich gibt es kein wirkliches Monster in dem enttäuschenden Film.

Die erste Viertelstunde besteht fast nur aus Rückblenden, die die Geschichte des ersten Filmes rekapitulieren. Bei einer Laufzeit von gerademal einer Stunde schreckt dies ziemlich ab. Die gesamte Struktur des Films ist auf Rückblenden aufgebaut, da in der Rahmenhandlung der Arzt wegen Mordes an Paula angeklagt ist und sich die Geschichte aus den verschiedenen Zeugenaussagen zusammensetzt. Ein Gimmick welches einzig eingesetzt wurde um den finalen Abschluss-Gag zu rechtfertigen, der die erzielte Schockwirkung jedoch vollkommen verfehlt, da der Zuschauer jederzeit weiß, was für eine Kreatur Paula wirklich ist. Zudem wird die Logik der Zeugenaussagen irgendwann auch komplett ignoriert und Ereignisse gezeigt, die unmöglich jemand beobachtet haben kann. So bleibt nur eine sehr umständlich konstruierte Geschichte, die nicht zu fesseln vermag.

Reginald LeBorg war ein routinierter B-Film Regisseur, dessen Filmographie keine besonderen Höhepunkte aufzeigt.
Hauptdarsteller J. Carrol Naish, der in seiner Karriere zweimal für einen Oscar nominiert war, ist der Glanzpunkt des Films, eine weitere gute Leistung in einem Universal Horrorfilm ist seine Darstellung des Buckligen in „House of Frankenstein
Die Titelfigur wird erneut von der Schauspielerin Aquanetta verkörpert, die in einigen Abenteuerfilmen und dem Fantasyfilm „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ mitspielte. Nach wenigen Filmen gab sie ihre Karriere auf um sich stattdessen auf ihr Familienleben zu konzentrieren. Nachdem ihre Rolle im Vorgänger noch stumm war, darf sie hier reden, wodurch leider ihre mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten offenbar werden.

Im ersten Film ist die Gorillafrau eine tragische Figur, die in eine Welt geworfen wird, die sie nicht versteht, die von ihren eigenen Gefühlen verwirrt ist und gezwungen wird zu töten. Sie mordet zwar auch eine unschuldige Frau, ansonsten trifft es aber nur Menschen, die in gewisser Weise ihr Schicksal verdient haben. in „Jungle Woman“ jedoch ist Paula nur noch eine kalt mordende Frau. Außerdem macht ihre spontane Rückverwandlung absolut keinen Sinn.

Es gibt zwei gelungene Szenen im Film, einen Angriff, der nur als Schattenspiel dargestellt wird und einen Angriff auf ein Kanu, bei dem Paula unerkannt unter Wasser angeschwommen kommt. Abgesehen von diesen kurzen guten Momenten, bietet „Jungle Woman“ keinerlei Spannung oder interessante Figuren. Der Film ist langatmig und geradezu ärgerlich schlecht. Trotzdem gab es noch eine weitere, ebenso überflüssige Fortsetzung mit dem Titel „Jungle Captive“.

Jungle Woman in der imdb

Siehe auch
Captive Wild Woman (1943) (der erste Film mit der Affenfrau)
The Jungle Captive (1945) (zweite Fortsetzung mit der Affenfrau)


Bilder
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